Grußwort zur Spätkirmes 2026

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ein lebendiger Ort zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass in ihm viele Menschen
wohnen. Er lebt davon, dass Menschen sich begegnen, miteinander ins Gespräch
kommen und immer wieder Gründe haben, vor die eigene Haustüre zu gehen.
Die Feste unseres Vereins leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Wenn wir an Pfingsten
denken und somit auf unser Schützen- und Heimatfest zurückschauen, können wir dies
mit Freude tun. Ein volles Festzelt, hervorragende Stimmung und das 100-jährige
Jubiläum unserer Artillerie mit einem beeindruckenden Festzug und zahlreichen
Kanonen im Ort haben dieses Wochenende zu etwas Besonderem gemacht.
Dabei sind es am Ende aber nicht allein die großen Bilder und besonderen
Programmpunkte, die ein solches Fest ausmachen. Es sind die vielen Begegnungen am
Straßenrand, ein Gespräch bei einem Getränk, Menschen, die sich vielleicht lange nicht
gesehen haben und Gäste, die für einige Stunden Teil unseres Dorflebens werden.
Genau hier liegt für mich ein wesentlicher Wert solcher Tage.


An vielen Stellen setzen wir diesen Gedanken fort. Auch nach Pfingsten wie
beispielsweise beim Sommerfest, den Besuchen bei benachbarten und befreundeten
Vereinen, bei den unterschiedlichsten Versammlungen. Es sind die unterschiedlichsten
Dinge und dennoch haben sie etwas gemeinsam: Sie schaffen Gelegenheiten, sich zu
begegnen und den eigenen Ort gemeinsam zu erleben.

Nun steht unsere Spätkirmes vor der Türe. Sie ist nicht das große Schützen- und
Heimatfest. Nicht jede Veranstaltung muss immer größer und aufgeladener werden,
um für einen Ort von Bedeutung zu sein. Auch unsere Spätkirmes gibt uns Gelegenheit
zurückzublicken auf die ersten Monate der Regentschaft von Tim I. und Sarah I.
Stettner, verdiente Mitglieder zu würdigen und Menschen in den Mittelpunkt zu stellen,
die unseren Verein über viele Jahre begleitet und getragen haben. Und gleichzeitig
kommen wir wieder zusammen, feiern miteinander und führen eine Tradition fort, die
seit weit mehr als 136 Jahre zurückreicht.
Tradition bedeutet dabei nicht etwas allein deshalb zu tun, weil es schon immer so
gewesen ist. Tradition bleibt eben nur dann lebendig, wenn Menschen auch heute noch
einen Wert darin erkennen und bereit sind, sie gemeinsam zu gestalten. Und genau
deshalb sind solche Tage wichtig.


In vielen Orten und Kommunen wird darüber gesprochen, wie Innebereiche belebt,
Begegnungsmöglichkeiten geschaffen und Gemeinschaften gestärkt werden können,
weil es Leerstände gibt oder das Leben dort nicht mehr sichtbar wird. Vereine und Feste
können dabei nicht alle Probleme eines Ortes lösen. Aber sie können etwas schaffen,
das sich kaum planen oder verorten lässt: das Gefühl, dass im eigenen Ort etwas
geschieht und dass man selbst ein Teil davon sein kann.
Und wenn dann an einem Wochenende Musik durch Hochneukirch zieht, Menschen auf
dem Adenauerplatz zusammenkommen, bekannte Gesichter sich begegnen und auch
der ein oder andere einfach spontan stehen bleibt, dann passiert genau das: Unser Ort
wird mit Leben gefüllt.


Ich wünsche uns eine Spätkirmes mit vielen schönen Begegnungen, guten Gesprächen
und einigen unbeschwerten Stunden miteinander, bei denen Hochneukirch
zusammenkommt.

Ihr Benedikt Obst

Präsident des Heimatverein 1890 e.V. Hochneukirch